Im Einsatz für die Lahnstadt am 6. September 2009

 

Was wir denn für eine Sekte seien, wurde wir gefragt, als wir in unseren schwarzen Jacken mit der grünen Aufschrift "BAG" an der Michaeliskirche eine Gedenktafel an einer Mauer anbrachten. Dabei handelt es sich bei uns kaum um eine verschrobene Gruppierung, die die Welt oder anderer Seelenheil retten Der Glaubensgrundsatz unserer BAG lautet: Man kann und muss sich zum Wohle aller um die Altstadt im speziellen ehrenamtlich engagieren.


Und genau das machten wir auch in Thüringen. Denn hier brachten wir eine Bronzetafel an, die auf die Laasphe-Kapelle in Erfurt hinweist.

 

 

 

Diese trägt ihren Namen nicht zufällig. Dr. Johannes Bonemilch ließ sie als Stifter zwischen seinem Wohnhaus und der Michaelis-Kirche bauen. Der gebürtige Laaspher war dreimaliger Rektor der Erfurter Universität und auch Erfurter Weihbischof. In dieser Funktion weihte er 1507 Martin Luther zum katholischen Priester, außerdem setzte er sich sehr für die Gloriosa ein. Die größte freischwingende mittelalterliche Glocke Europas, die 1497 für den Erfurter Dom gegossen wurde. So ist es klar, dass der Name Bonemilch bei jeder Stadtführung fällt, freundlicherweise direkt mit seiner Herkunftsbezeichnung. Zumeist wird er "Johannes Bonemilch von Laasphe" genannt.

Dr. Johannes Bonemilch wurde in in Laasphe geboren. Sein Geburtshaus war das ehemalige Haus Schuppert ( heute Siedlungshaus der Wittgensteiner Wohnungs Genossenschaft ) auf dem Laaspher Kirchplatz. Auch dort weist eine Bronzeplatte auf das Wirken von Johannes Bonemilch hin.

 

 

Unser damaliger Bürgermeister Robert Gravemeier, der der 40 köpfigen Delegation an diesem Sonntag angehörte, versuchte dem Stadtführer Hajo Laaß davon zu überzeugen, dass dieser in seine Erklärungen über den Herkunftsort Bonemilchs darauf hinweise, wie schön Laasphe sei. Dieser wollte aber dann doch lieber Werbung für Erfurt machen.


Zwischendurch wurde im Luther Keller wie vor 500 Jahren gespeist. Mit Holzlöffel und Messer bewaffnet, näherten wir Wittgensteiner uns dem Essen, obwohl es manchmal mit Händen einfacher ging. Gottseidank hatten wir alle ein Lätzchen bekommen.

 

 

So gestärkt erwartete uns dann Pfarrer Lindner zu einem Festgottesdienst in der Michaelis Kirche, anläßlich zur Gedenktafel-Enthüllung. Eigens für diese Enthüllung wurden von Frau Hecker, die auf Erfurter Seite viel mitorganisiert hatte, die Glocken der Michaelis Kirche geläutet.

 

Die neue Bronzetafel sieht so auch, wie wir sie von unseren Laaspher Gedenktafeln auch kennen. Im Gebäudeinneren wurde ein Pfeil in Richtung Laasphe-Kapelle aufgehangen. In der Laasphe-Kapelle selbst - dem Raum der Stille - wurde eine Erklärung " Warum Laasphe-Kapelle" aufgehangen.


 

 

 

(v.links: Jochen Stenger, Christel de la Camp, Eckhard Lenk, Rosi Moschner, Adolf Kremer, Gertraud Hecker - Erfurt, Michael Biesenthal, Kornelia Lenk, Dieter Schöning, Gudrun Schöning, Waldemar Georg)

Die Sparkasse Wittgenstein und viele Privatspender haben zum Gelingen dieses Projektes beigetragen. Schließlich war Bonemilch ein bedeutender Wittgensteiner: Der Kirchenmann gründete die Bonemilch Stiftung, deren Geld lange über seinen Tod hinaus begabten Knaben aus Wittgenstein das Studium in Erfurt ermöglichte. Nach dem Gottesdienst gab es noch ein gemütliches Beisammensein auf dem wunderschönen Innenhof der Michaelis-Kirche und Laasphe-Kapelle,- der einstmals ein Friedhof war - .


Anschließend begaben wir uns weiter auf Stadtführung. Selbst an einem Sonntag öffnete sich der Festsaal des Erfurter Rathhauses für uns.

 

 

Als Abschluß der Führung konnten wir im Erfurter Dom die Grabplatte von Johannes Bonemilch begutachten, der am 17.10.1510 in Erfurt verstarb und im Erfurter Dom beigesetzt wurde.


 

 

Bad Laasphe, 15. Mai 2011

 



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